RSG: Deutsche Gruppenmeisterschaften 2015 in Chemnitz

20150627_100811Am vergangenen Wochenende reiste der TV Dahn mit drei Gruppen  und vielen Anhängern zu den Deutschen Meisterschaften nach Chemnitz. Da durch die hohe Meldezahl der Wettkampf auf drei Tage gestreckt wurde, startete unsere Reisetruppe bereits donnerstagnachmittags. Nach einer knapp 8-stündigen Busfahrt hatte die Dahner Delegation ihr Ziel erreicht.
Freitagmorgens gingen die Juniorenleistungsklasse (Gina Zwick, Sarah Cronauer, Anna Klemm, Lea Stahl und Anna-Sophie Wilhelm) und die Meisterklasse (Marlene Kriebel, Miriam Fröhlich, Sophie Zwick, Hanna Müller, Madlen Laux, Lea Nagel und Emilia Burkhart) des TV Dahn direkt in die Halle, da die Trainerinnen Trainingszeiten auf der Wettkampffläche für die beiden Gruppen organisiert hatten. Das letzte Vorbereitungstraining für die beiden Gruppen lief sehr gut. Nach dem Training gingen die Mädchen dann los, um sich die Innenstadt von Chemnitz anzuschauen.

Zeitgleich bereitete sich die Schülerleistungsklasse (Marie Laux, Lea Müller, Elisabeth Wittwer, Johanna Herder, Leni Zwick und Cosima und Thalia Wegmann) im Hotel auf die Qualifikationswettkämpfe vor, die freitagmittags anstanden. Diese Gruppe machte sich bewusst sehr früh auf den Weg in die Halle damit sich die Mädchen mit der Halle und der Wettkampfsituation vertraut machen konnten. Zudem war zu erwarten, dass der Platz zum Einturnen eng werden würde. Durch die frühe Ankunft in der Halle hatten die Mädchen die Möglichkeit auf einer Einturnfläche komplett allein die Wechsel und Würfe zu trainieren. Doch schon bald füllten sich die Einturnbereiche mit vielen SLK- und SWK- Gruppen. Alle diese Gruppen turnten mit fünf Keulenpaaren. Nach dem Erlebnis mit Marlene Kriebel bei der Einzel-DM in Leipzig- sie wurde beim Einturnen von einer Keule am Kopf getroffen und konnte nicht zum Wettkampf antreten –  war hier natürlich äußerste Wachsamkeit geboten. Aber das Einturnen verlief ohne Zwischenfall.

In der ersten Übung leistet sich die SLK-Gruppe leider mehrere Fehler und hatte vier Geräteverluste. Hier wurde die große Nervosität und der Respekt vor dem großen Wettkampf deutlich. Denn eigentlich konnten sie ihre Übung fehlerfrei. Die zweite Übung lief anfangs richtig gut. Doch ab der zweiten Hälfe fielen wieder einige Keulen und diesmal hatte die Gruppe sogar fünf Geräteverluste. “Das war für die Mädchen und auch für uns Trainer natürlich nicht wirklich zufriedenstellend”, erklärt Trainerin Aline Kriebel. Der hohe Schwierigkeitsgrad der Übung brachte die Mädchen trotz dieser Fehler aber auf den sechsten Platz und somit qualifizierten sie sich für das Finale.

„Die beiden Übungen liefen nicht gut. Die Mädels waren heute zu ängstlich und mit Angst kann man keine nationalen Meisterschaften fehlerfrei turnen. Anhand der Wertungen konnten wir als Trainer aber schon erkennen, dass bei einem fehlerfreien Durchgang ein Durchbruch nach vorne auf alle Fälle drin sein könnte. Die Übung hat einen hohen Schwierigkeitsgrad. Aber bei der Qualifikation sind wir das Risiko gegangen und die Mädels haben es nicht auf die Fläche bringen können.“, fasste das Trainerteam den ersten Wettkampf zusammen.

Der Samstagmorgen begann für die SLK-Mädchen sehr früh, denn um 5:50 Uhr war das Vorbereiten angesagt. Nach einer Besprechung am Freitagabend haben wir die Mädchen auf das Finale eingestimmt und konnten dies auch gleich beim Einturnen erkennen. Als erste Gruppe für das SLK-Finale schickte das TVD-Trainerteam ihre Mädels auf die Fläche. Diese schafften es sich gestärkt und mutig zu präsentieren. Sie zeigten eine fehlerfreie und pfiffige Übung, die auch beim Publikum großen Zuspruch fand. Nach der Übung in der „Kiss & Cry Area“ fielen die Mädchen sich dann in die Arme und freuten sich riesig ihr Ziel „fehlerfrei zu Turnen“ erreicht zu haben. Eine gute 9,9 war die Wertung für diese Übung. Und außer Bremen 1860 und TSV Bayer 04 Leverkusen schaffte keine weitere Gruppe eine höhere Wertung.

Die Gruppe von Bremen 1860 zeigte mit Abstand die schnellste und schwierigste Übung und präsentierte diese gleichzeitig mit einer Ausdrucksstärke, dass keine weitere Gruppe in dieser Altersklasse schaffte. Der Abstand zu der Gruppe aus Leverkusen war ganz knapp mit 0,150 Punkten. Die Freude bei den Mädchen, den mitgereisten Eltern und allen anderen Fans waren sehr groß.

„In Anbetracht der Tatsache, dass wir zwei Wochen vor den Meisterschaften Thalia leider verletzungsbedingt aus der Stammformation nehmen mussten und somit fest mit unserer jüngste Gymnastin Johanna planen mussten, ist die Leistung wirklich klasse. Johanna hatte gerade mal acht Wochen überhaupt mit Keulen trainiert. Der Zusammenhalt in der Gruppe hat einfach gestimmt und die Mädels haben heute eine hervorragende Leistung auf den Punkt abgeliefert.“, war sich das Trainerteam einig.

Am Samstagnachmittag begann dann gegen 17 Uhr der Mehrkampf und die gleichzeitige Qualifikation für das Finale in der Juniorenleistungsklasse (JLK) und in der Meisterklasse (MK). In der JLK wurde eine Übung mit 5 Bällen gezeigt; hier gingen 12 Mannschaften an den Start und in der MK eine Übung mit 3 Keulenpaaren und 2 Reifen; hier waren 8 Mannschaften gemeldet.

Die MK-Gruppe des TV Dahn zeigte eine erste gute und souveräne Übung. Das einzige, das nicht nach Plan lief, war der letzte Wurf, bei dem aber Marlene Kriebel sehr gut reagierte, sodass der Fehler dem Laien kaum auffiel. Mit einer Wertung von 12,216 Punkten lag die Gruppe nach diesem Durchgang auf Platz 3. Hier war deutlich zu erkennen, dass die Plätze 1-4 (Bremen 1860, SG Dahner Felsenland, TV Dahn und SKC Tabea Halle) eng beieinander liegen und die Medaille unter sich ausmachen werden. Auch die erste Übung der JLK-Gruppe blieb ohne Verlust. Es waren ein paar unsaubere Würfe, bei denen ein paar Schritte nötig waren, aber trotzdem eine schön präsentierte Übung.

Im Durchgang zwei flatterten die Nerven in der MK-Gruppe. Mit mehreren Fehlern und Unstimmigkeiten verspielte die Gruppe ihre Medaille. Letztendlich fehlten nur 0,6 Punkte zur Bronzemedaille, aber nach so einer Übung kann man nicht mit einer Medaille rechnen. Somit fiel die Gruppe auf den undankbaren vierten Platz zurück.

Die JLK zeigte erneut eine gute Übung, mit nur einem kleinen Verlust. Sie wurden neunte und verpassten mit 0,3 Punkten den Einzug ins Finale. „Doch wir wussten bereits im Vorraus, bei der JLK ins Finale zu kommen wird schwer. Wir sind mit den beiden Übungen zufrieden. Sie hatten keine großen Patzer und haben sich schön präsentiert. Die Leistungsstärke in dieser Altersklasse war dieses Jahr sehr stark.“, zeigte sich Nicole Kriebel zufrieden. In dieser Altersklasse gewann der TSV Schmiden (gleichzusetzen mit der diesjährigen Juniorennationalmannschaft, die bei der Europameisterschaft fünfte wurde) vor Bremen 1860 und SKC Tabea Halle. Mehrkampfsieger in der Meisterklasse wurde Bremen 1860 vor der SG Dahner Felsenland und SKC Tabea Halle.

Am letzten der drei Wettkampftage stand für die Dahner Delegation nur noch das Finale in der MK auf dem Plan. Das ganz klar formulierte Ziel der Gruppe war ein fehlerfreier Durchgang. Dies gelang auch wieder bis zum letzten Teil der Übung. Bei einem Risikowurf flogen, wie auch schon am Vortag, die beiden Reifen zu kurz und die Mädels mussten reagieren. Sie blieben verlustfrei, aber leider nicht so fehlerfrei, wie sie es sich vorgenommen hatten. Dieser Fehler bedeutete sowohl Abzüge im technischen Wert, als auch in der Ausführung. Da der Braunschweiger MTV direkt vor unserer Gruppe eine fehlerfreie und auf den Punkt geturnte Übung abgeliefert hat, konnte sie sich zum Mehrkampf deutlich steigern und hatten 0,3 Punkte in der Wertung mehr, als wir. Somit scheiterten sie wieder nur ganz knapp an der Medaille.

Die Gruppe von Bremen1860 eröffnete das MK-Finale mit einer furiosen und mitreißenden Übung mit Höchstschwierigkeiten und konnte sich so den Titel sichern. Silber ging an die Gruppe vom SKC Tabea Halle. Sie zeigten eine sehr anspruchsvolle Übung zu dem Lied „Uptown funk“. Ihre Interpretation und Choreographie war total neu und begeisternd. So „eine Show“ hatte man in Deutschland noch nicht gesehen. Bronze ging an Braunschweig.

„Es ist einfach bitter für die Mädchen, dass sie zwei Mal an der Medaille vorbei gegriffen haben, vor allem, weil sie seit Jahren auf dem undankbaren vierten Platz verweilen. Es wäre mit Sicherheit an beiden Tagen drin gewesen, aber dazu hätten sie ganz bis zum Schluss durchziehen müssen. Unsere Übung war vom Schwierigkeitsgrad sehr hoch und wir haben auch viel Lob für unsere Choreographie erhalten, aber letztendlich hat der die Medaille umhängen, der es fehlerfrei auf den Teppich bringt.“, fasst Nicole Kriebel den Wettkampf der MK zusammen.

Nun ist die Saison beendet und alle können sich verdient in der Sommerpause erholen!

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